Neulich habe ich mit der Post ein kleines Baumwollsäckchen erhalten mit der Aufschrift „Seedballs Wildblumen“. Darin befanden sich drei kleine Kugeln aus Erde mit einer Anleitung dazu. Diese Kugeln, so stand es in der Anleitung, könne man einfach auf die Erde legen und daraus sollten dann wunderschöne Wildblumen wachsen. Nach erneutem Betrachten des Säckchens hat ein Wort besonders meine Aufmerksamkeit geweckt. Da stand nämlich in kleiner Schrift drauf „Gorilla Gardening“.

Da musste ich mich doch gleich mal schlau machen, was eigentlich genau hinter diesem Gorilla Gardening steckt. Dies ist nämlich der Name eines Unternehmens in Wabern, welches sich auf die Produktion dieser Kügelchen spezialisiert hat. Der Name Gorilla Gardening wurde abgeleitet von „Guerilla Gardening“. Wie das Urban Gardening ist auch das Guerilla Gardening zu einem neuzeitlichen Trend geworden. Der Begriff Guerilla Gardening stammt aus dem spanischen Wort guerrilla für „kleiner Krieg“ und dem englischen Wort gardening für „Gärtnern“. Zusammengesetzt ergibt sich also das Wort „kleiner Gartenkrieg“. Ursprünglich ging es darum, grosse Metropolen, vorwiegend in der westlichen Welt, zu begrünen. Diese Begrünungsaktionen wurden meistens illegal von Umweltaktivisten, Globalisierungskritiker und Anarchisten durchgeführt. Bekannt wurde das Guerilla Gardening am 1. Mai 2000 in London mit der Bepflanzung des verkehrsreichen Parliament Square.

Doch längst ist das Guerilla Gardening keine Untergrundbewegung mehr, sondern wird sogar begrüsst, da den Städten meist das Geld für eine Begrünung von brach liegenden Flächen fehlt. Auch bei uns in der Schweiz gibt es verschiedene Gruppierungen und Privatpersonen, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, unsere Städte zu bepflanzen und zu verschönern. Oft steht nicht mehr ausschliesslich die Begrünung selbst im Vordergrund, sondern es soll auch einen Nutzen im Sinne der Selbstversorgung mit sich bringen. Das heisst, es wird vermehrt auch Gemüse und Obst angepflanzt, an denen sich dann die Anwohner bedienen dürfen. Hört sich so an, als lebten wir bald in einem Schlaraffenland.

Nun aber zurück zu meinen Seedballs. Die Seedballs sind in Handarbeit hergestellt und bestehen aus natürlichen Produkten wie Lehm, Bio-Erde (ohne Torf) und dem Saatgut. Warum Bällchen? Weil man diese ganz einfach an die gewünschte Stelle werfen kann, im eigentlichen Sinne des Guerilla Gardenings. Oder man legt sie wie ich in einen normalen Topf auf die Erde und schaut zuerst mal gemütlich von zu Hause aus zu, was passiert. In den Gartenkrieg wage ich mich dann vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt! 🙂

Mehr Infos zum Produkt findet ihr unter folgendem Link: http://www.gorilla-gardening.ch/

Erzählt uns doch von euren Erfahrungen mit Guerilla Gardening!

One comment on “Seedballs – Auf in den Gartenkrieg

  • das ist super, macht viel Spass und man freut sich jedes Frühjahr, wenn es spriesst und gedeiht. Der Burgernzielkreisel in Bern wurde von Guerilla Gärtnern bepflanzt und die Stadt hat das geschont…so kann es auch gehen, aber das ist halt auch Bern!

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